Mietminderung bei Schädlingsbefall

Zunächst einmal ist wichtig, zwischen möblierten, unrenovierten Wohnräumen und nicht möblierten, renovierten Wohnungen zu unterscheiden. Im Fall von möblierten oder unrenovierten Wohnräumen wird es für dem Vermieter nach Neuvermietung schwer fallen, zu beweisen, dass sich Schädlinge nicht schon vor Einzug des neuen Mieters in dem Wohnraum befanden.

Zudem muss geprüft und belegt werden, ob Gebäudemängel oder Schäden die Zuwanderung und die Ansiedlung von Schädlingen nicht zumindest begünstigt oder gefördert haben.

Ein prominentes Beispiel: Ein über einen langen Zeitraum vom Vermieter nicht behobener Schaden im Dachboden oder Garten eines Mietshauses kann die Zuwanderung von Schädlingen und Parasiten in den angrenzenden Mietwohnungen begünstigt haben. Wenn dies der Fall ist und dies nachgewiesen werden kann, liegt ein Wohnungsmangel vor, der eine Mietminderung oder Mietkürzung rechtfertigt und den Vermieter verpflichtet, die Kosten der Bekämpfung zu übernehmen.

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Kommentare: 1
  • #1

    S. (Samstag, 15 Dezember 2012 17:01)

    Wenn man nicht sicher ist, ob ein Mangel (wie beispielsweise Ungeziefer oder Schädlinge in der Wohnung) tatsächlich vom Vermieter zu beseitigen ist, sollte die Miete unter Vorbehalt solange weiterzahlen bis rechtsgültig geklärt ist, ob der Vermieter oder Mieter für den Mangel verantwortlich ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Vermieter das Mietverhältnis unter Umständen sogar fristlos kündigt. Hierzu gibt es sogar ein BGH Urteil, dass dies bestätigt.